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Kurzanleitung für Bonsai
Stichworte:
- Kauf
- Standortwahl
- Gießen, Düngen u. Pflegen
- Rück-bzw. Erhaltungs-u. Formschnitt
- Umtopfen (Erden u. Substrate)
1. Vor dem Kauf sollten Eigenschaften, Pflegepraktiken, ganz allgemein durch
Fachliteratur oder Teilnahme an Arbeitskreisen oder Vereinsvorträgen studiert
werden. (Denken Sie an die Urlaubszeit!)
2. Es giebt eigendlich unter den vielen Indoor-Bonsai nur ganz wenige, die
ständige Wohnungsaufenthalte vertragen. Dazu zählen die Ficuszüchtungen
(Gummibäume) Sukkulenten und deren Verwandte.
Alle anderen Bäume sollten in den Sommermonaten draußen, geschützt
aufgestellt werden.
Standort innen
Kühlere Fensterbänke, möglichst ohne direkte Sonneneinstrahlung. Im
Winter sind auch kühlere Räume geeignet. (Winterruhe)
Standort draußen:
Keine paralle Sonnenplätze! Plätze mit wechselndem Licht aussuchen.
(Beispiel : Sonne von ca. 5.00h bis 11.00h. danach eher schattig!)
Diese Plätze sind für Outdoor-Bonsai, übrigens auch für Fuchsienbonsai,
den ganzen frostfreien Zeitraum, geeignet, also von etwa Mai bis Oktober.
Winterharte Outdoor-Bonsai stehen in der frostgefährdeten Zeit, und ohne
direkten Regeneinfall (November bis ca. März) ganz im Schatten.
(Wichtig, keine Sonneneinstrahlung, sonst entstehen erhebliche Ver
trocknungsschäden bei Frost). Fuchsienbonsai sind nicht winterhart
und wechseln auf einen frostfreien kühlen und hellen Standort.
(Gewächshaus, Wintergarten, Garagenfenster etc.)
Fuchsien in der Westfahlenhalle (Dortmund)
3. Gießen und Düngen erfordert ein gewisses Fingerspitzengefühl und
Erfahrung. Bonsai im Zimmer sollten mehrmals wöchendlich kontrolliert
werden. Dabei können morgens die Blätter mit weichem Wasser besprüht
werden. Es empfielt sich die Bonsai nach Bedarf zu tauchen, d.h. Wasser
in die Duschtasse oder Badewanne geben und zwar 3-5 cm hoch.
Nach einigen Stunden, in dehnen das Chlor entweicht, stellen Sie die Bonsai
etwa 1-2 Std. hinein. Danach Stöpsel heraus ziehen und Wasser ablassen.
Nach einer weiteren Stunde stellen Sie die Bonsai wieder normal auf. Bei
Outdoors ist es etwas einfacher, auch hier erst kontrollieren, dann gießen.
In der warmen Zeit wird man täglich mindestens einmal gießen müssen, und
dabei kann der ganze Baum bedenkenlos gebraust werden. (Tip: Am Gewicht
erkennt man bald, wie trocken oder naß ein Baum im Gefäß ist.)
Achtung: Niemals in der prallen Mittagssonne gießen!

Buga 1997 in Gelsenkirchen
Gedüngt wird flüssig einmal wöchendlich mit minimalen Dosen! Eine bessere
Düngung ist eine zweigeteilte Düngung. Im Frühjahr zum Vegetationsbeginn
eine organische Grunddünnung mit höherem Stickstoffanteil (Oskorna,
Triabon o.ä.) Die genannten Dünger sind grobkörnig, mineralhaltig und
lösen sich beim jeweiligen gießen auf und stehen der Pflanze somit zur Ver
fügung.
Einmal aufgetragen ist dieser Dünger ca. 6-8 Wochen verfügbar. Im
Jahresverlauf wird dann noch einmal, maximal 2 mal mit einem kali- und
phosphorbetonten Dünger gearbeitet. Düngerstop ist ende August, damit
Restdüngermengen nicht mit ins Winterquartier genommen werden.Eine
Mengenangabe des Düngers ist schwierig, aber Sie sollten den Dünger
wie beim Salzen von Speisen anwenden, möglichst geringe aber regelmäßige
Gaben!

Fuchsienbonsai auf der Buga 1997.
4. Ohne Grundkentnisse ist ein Rückschnitt nicht empfehlenswert. Sie sollten
sich bei drastischen Schnittmaßnahmen den Rat von Liebhabern einhohlen,
die gerne weiterhelfen. Der Erhaltungs- bzw. Formschnitt muß bei Indoors,
den meisten Outdoors und vor allem bei Fuchsien, ständig durchgeführt
werden. Werden Triebe zu lang, müssen sie eingekürzt werden. mit
scharfen Scheren werden Triebe je nach bedarf auf 2 (im Kronenbereich)
bis 6 (in Wurzelnähe) Blattpaare eingekürzt. Wie gesagt, die ersten Schnitte
sollten Sie unter Anleitung durchführen!
5. Umgetopft wird nicht im Winter und nicht in der Vegetationszeit (Ende Juni
bis September). Die beste Zeit ist im Frühjahr, weil die Pflanze nun wieder
aktiv wird und Nährstoffe aufnimmt.Auch diesen Vorgang läßt man sich
besser einmal zeigen. Nach dem Umtopfen müssen die Bäume ca. 14 Tage
sparsam gegossen werden, damit sich schnell neue Wurzeln bilden, und die
Pflanze im nassen Erdreich nicht ertrinken bzw. ersticken kann. Es gibt
spezielles Bonsaisubstrat, oder Akadama ein japanischen Tongranulat.
Man kann auch selber mischen. Ich verwende für fast alle Bonsai (auch
Fuchsien) Ein Teil gute Blumenerde (Weißtorf mit Tonanteil) ein Teil Garten
oder reife Komposterde einen halben Teil groben Rheinsand (Estrichsand)
einen viertel Teil Tongranulat (Seramis, Akadama) ein bis zwei Gramm
Oscorna je Liter Substrat.
Alles wird gesiebt und durchgemischt. Wichtig ist eine gute Drainage
eigenschaft der gewählten Erdmischung. Den PH-Wert der Erden prüft man
am einfachsten mit Lackmuspapier (Apotheke). Der PH-Wert sollte bei
allen Bonsaibäumen (außer Moorbeetpflanzen z.b. Azaleen, Kamelien, Kiefern)
im neutralen Bereich (6-7 ) liegen.
Viel Spaß und Erfolg beim Gärtnern!

Fuchsie Casper Hauser
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